Morgen wird Skat 200 Jahre alt – also ab ins Graue Kloster!

Für die Franziskanermönche in Berlin ist es so richtig doof gelaufen. Ihnen wurde das „Graue Kloster“ 1539  wegsäkularisiert. Sie haben also niemals ansatzweise in einer ruhigen Minute Skat spielen können, weil Skat erst 274 Jahre später aus der Taufe gehoben – und dann bei einer Spielabrechnung erwähnt wurde. Womit wir beim 4. Septmeber 1813 wären. Vor diesem Festtag haben wir uns in der Ruine der Klosterkirche versammelt, wo heute üblicherweise Konzerte und Freiluft-Ausstellungen stattfinden: DSCF0533,

Guerilla-Skat-Runden dagegen werden nicht so gern gesehen, wie wir während unseres Einsatzes  von einem Kollegen hören, der die Ruine touristenführungstechnisch zu betreuen scheint. Kein Rauswurf, aber Unbehagen. Gut, das müssen Gott und der Skat-Gott untereinander ausmachen, wer wann wo was machen darf, richtig handlich spielte es sich allerdings tatsächlich nicht, wie unsere licht verkrampfte Haltung zeigt.  Kein Platz für den Skat, kein Platz für den Kartenstapel, Protokollant Clemens hat auch keinen Platz zum Arbeiten – aber wir wollen nicht jammern, denn wir robben uns jetzt vor an Spiel 99, so dass wir am 200. Geburtstag des Skatspiels tatsächlich Spiel 100 – und damit die Hälfte unserer Guerilla-Skat-Serie packen können.   Auch im Grauen Kloster gilt: 5 Bilder sagen mehr als 100 Worte Rumgeschwafel. Voilá: 

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Nun fragt sich der bange Skatfreund: WIe endete dieser AUsflug in Berlins imposanteste – obwohl arg ruinöse  gotische Sehenswürdigkeit?

Drei Spiele, 2 Siege, eine Niederlage, und etwas Routine in der Verteilung:

-Spiel 97 kann Gregor mit der Macht der 3 Buben (plus Schneider) mit 120 einlochen. Frisch 2stellig eworden im Defizit reisst Gregor aber

-Spiel 98  an sich. Kreuz mit 2, leider versemmelt, 72 Minuspunkte, zurück in der Keller-dreistelligkeit

Spiel 99 nimmt Frank an die Hand. Einfach Kreuz. hat man früher unter Franziskanern nicht aufgeschrieben, weil nur 24 Punkte. ABer man nimmt, was man kriegt. Denn dies ist der Punktestand vor dem GROSSEN TAG DES SKAT MORGEN FRÜH und vor unserem  Spiel 100:

1. Clemens: 946

2.Frank: 853

3.Gregor: -160

Skat-Jubiläum, wir sind präpariert!

 

Die Skat-Polizei informiert: Hier kommt eine Vorladung vors Gericht!

 

Sagt der Gregor also, heute spielen wir mal vor Gericht. Also auf zum Landgericht. Der Kasten steht seit 1904 in der Littenstrasse in Berlin-Mitte, aber noch nie ist dort Guerilla-Skat gespielt worden.

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Drinnen ist es ebenso geräumig wie leer. Einsam und abgeschaltet wartet der Metalldetektor. Abgesperrt.

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Eins muss man sagen: Unübersichtlich ist es bei der Justiz:

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Aber wir müssen ja nur hoch zur 2. Etage.  Ein schöner Flur für unsere Guerilla-Skat-Spiele 94-96.

 

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So im letzten Bild eingeblendet das Spielergebnis. Mit leichter Unschärfe. Justitia. Ein Auge. Blind. Man kennt das. Darum hier das offizielle Protokoll. geht auch ganz schnell:

Spiel 94: Gregor, Grand, einfach, 48. Plus

Spiel 95: Clemens Grand, mit 3, und dann spielt der uns auch noch schwarz.  144. Auch plus

Spiel 96: Gregor schlägt wieder zu: Karo. Ohne 2. 54 Minus.

Das bringt die Spitze etwas durcheinander. nach 96 Spielen sieht es so aus:

Platz 1 Clemens

Platz 2 Frank

Platz 3 Gregor

Dies war die vorletzte Runde vor dem GROSSEN TAG DES SKAT-SPIELS – 200 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung am Mittwoch, 4.September 2013.  

Wir planen einen Ostbloque-Grosseinsatz. Und berichten hier….

 

Altenburg läuft sich warm – und wir auch. Nur ohne Stadtfest….

Nächsten Mittwoch ist es soweit. Skat wird 200! Also die erste „urkundliche Erwähnung“. Sprich Spielabrechnung. Aus Altenburg. Dort begann unsere Guerilla-Skat-Serie im kalten Frühling. Dort wird sie auch enden.  In der Zwischenzeit lassen wir die Welt-Skat-Hauptstadt  feiern.  Ein ambitioniertes 13-Seiten-Programm beschreibt die Highlights:

Altenburg flippt total aus wegen 200 jahren Skat!

An dieser Stelle müssen wir einfach nochmal eine kleine Portion Eigenwerbung reinpacken.  Jeder Mensch, egal ob Skatspieler oder nicht, hat ein Recht auf tolle Spielkarten. Und jedes Spiel, egal ob Skat oder nicht, ebenfalls.

Wenn einem allerdings nach 200 Jahren die wichtigsten Karten so alptraumhaft erscheinen wie die Buben (Bauern, Jungs, Wenzel) in der Feierbroschüre, dann muss dringend Hilfe her.

Die liegt sowohl unter den Herren in der Front-Abbildung der Altenburger Jubiläumsbroschüre, nämlich in der Touristeninformation am Markt von Altenburg  – und auch das natürlich im Internet , oder  in den gängigen Internet-Shops  (z.B. hier):   Unser Ostbloque-Skatblatt, treuer Begleiter der weltweit einzigen Guerilla-Skat-Serie!  Mit 436 PS!

Genug getrommelt, vuiel SPass beim Vorfeiern, aber die wichtigste Botschaft heisst: Am 4. September werden wir alle 200. Wir werden berichten!

 

Meine Weine, Deine Steine: Skat geht auch bei Dunkelheit. Und die Spiele 82-84 sowieso….

Bevor wir heute auch nur eine Karte anmischen, blicken wir gebannt auf diese Umfrage, staunen und bitten weiter um Abtimmung:

Wir haben hier  ja schon mehrfach verhandelt, dass Skat zwar im September 200 Jahre alt und in Altenburg gefeiert wird (wozu es sogar ein offizielles Logo des Deutschen Skatvereins  gibt, nämlich dieses hier):

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und einen Festakt uswusf. Aber, ebenfalls schon oft beklagt an dieser Stelle: Skat gilt als Alter Sack, gespielt  von Alten Säcken. Weshalb die seltsame Tradition, sich abends in einer gastronomischen Einrichtung vollaufen zu lassen und dabei Karten zu spielen, fast vollständig aus den Grossstädten verschwunden ist.  Aber keine Regel ohne Ausnahme: Wir haben am Samstag abend mitten im Friedrichshain, nämlich  im erfreulich skatfreundlichen Wein&Stein, eine gradezu legendäre Runde Guerilla-Skat gekloppt. ( https://www.facebook.com/pages/Wein-Stein/411640548926704?sk=info  oder http://www.weinundstein-berlin.de ).

Der richtige Ort, um der Kategorie Null-Spiele die Rubrik Kamikaze-Null hinzuzufügen, was Frank mit diesem praktisch ungewinnbaren Blatt probiert (aber warum sollte Gregor auf alle Ewigkeiten allein im Skatkeller schmoren…?)

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Sabine hat diese Runde in diese Bilder gegossen, nach dem Betrachten kommt ein ziemlicher Schock!

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Hier der versprochene Schock: Der Hüter unserer heiligen Guerilla-Skat-Rolle, also Clemens, sitzt immer noch tief im Süden im Urlaub rum.  Deswegen können wir an dieser Stelle schon wieder keine aktuelle Siel-Stands-Information vermelden. Ja, es geht bei uns fast zu wie bei der Deutschen Bahn Nur ohne Züge. Und mit mehr Spass bei der Sache…

Gefühlt allerdings sind entweder Clemens oder Frank vorne, und etwas Richtung Abstellgleis rangiert wartet weiter Gregor auf seine Stunde…

Aber: Für alle Freunde des neumodischen Internets haben wir eine Möglichkeit gefunden, FERNSKAT zu sielen. Etwas mühselig, aber demnächst hier in allen schmutzigen Details nachzulesen.  Versprochen.

Taufe! Spiel 1-3! Guerilla-Skat-Premiere in Altenburg! Wo sonst?

So Freunde: Ostern vorbei, es ist frostiger Wind angesagt, Altenburg kommt grau daher, aber das war vor 200 Jahren auch nicht besser. Altenburg, Thgüringen ist offizielle Geburtsstadt des Skat. Sitz des Skatgerichts (das wir bereits bemühen mussten) und des Deutschen Skatvereins http://www.dskv.de, den wir auch gleich noch mit besichtigt haben. Vor allem aber sind wir hier für sie: DIE TAUFE!

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Die Weltpresse hat ausführlich über unsere Skattaufe berichtet:  http://www.doebelner-allgemeine.de/dresden/web/regional/sport/detail/-/specific/Altenburger-Sktabrunnen-Taufe-fuer-Ost-Oldtimer-aus-Berlin-1952225399 . Ein Extra-Eintrag folgt,  jedenfalls haben wir  unser Skatspiel offiziell taufen lassen – wobei der einzige Skatbrunnen der Welt mit kleinen Eisschollen gefüllt war. Egal.   Nach seltsamer Zeremonie darf sich Ostbloque-Skat offiziell getauft fühlen – und wir haben einen gewissen Vorrat an getauften Karten gebunkert – in Plaste- und in Pappschachtel. Und dann pilgern wir zur offiziellen  Premiere auf den äusserst zugigen Markt von Altenburg.

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Was lernen wir in den 3 Runden? Kein Wunder, dass die Jugend mit Skat fremdelt: Nur Bekloppte spielen mit steifgefrorenen Fingern, während es den Skat fast vom Tisch pustet. Nach 10 Minuten sind die Spiele 1-3 in downtown Altenburg Geschichte. Noch 197 zu gehen. 

Das Entscheidende zum Schluss: So ging die Sache aus:

Spiel 1: Clemens macht 48 Punkte. Solide.

Spiel 2: Gregor versemmelt ein Herz. 100 Strafpunkte!

Spiel 3: Frank folgt Gregors Vorbild und vergeigt ein Kreuz. 2 Jungen zuwenig, 72 Punkte Kredit!

Das Ende vom Lied: Clemens fröhlich. Gregor&Frank: Zweckoptimistisch.

Next Stop: Gera! Ort unserer Übernachtung! Hüho!