Skat auf der Spree – UND EIN WEIHNACHTSGEWINNSPIEL! Ausserdem natürlich unsere Spiele 127-129

Hammer: Wenn wir unser Spiel in Richtung  Wasser verlegen, wird Gregor munter.  Nicht, dass wir oft am oder auf dem Wasser gespielt haben in diesem Jahr. Aber die MS  JESENIKY war ein Muss.    Der Kahn ist 56 Jahre alt, hat einen fetten Skoda-Diesel mit 650 PS im Bauch und hat ihre beste Zeit hinter sich. Fast wie Skat nach 200 Jahren? Jedenfalls liegt der Kahn im Historischen Hafen Berlin, es gibt Bier und Futter,   perfekte Station unserer Guerilla-Skat-Aktion „200 Spiele für 200 Jahre“.

Aber nun kommts: Heute keine Fotostrecke unserer Runde, sondern nur ein Bild. Das ist bereits einmal in den Weiten des World Wide Web  erschienen. Wann genau? WO genau? Das ist unser Weihnachtsrätsel! Link her, der/die Erste hat ein Ostbloque-Skat unterm Weihnachtsbaum!

skat hist hafen

Aber was sollte der erste Satz dieses verwegenen Eintrags?  Bitteschön – der Spielverlauf:

Gregor wickelt alle Spiele ab (oder reisst sie an sich, je nach Blickwinkel), derErfolg aber ist höchst unterschiedlich und unterm Strich bescheiden:

Spiel 127: Herz  ohne 2. Macht man nicht. geht in die Hose. -60

Spiel 128: Einfacher Grand. Immerhin. 48. Plus.

Spiel 129: Jetzt ein Karo mit 2. Ein dicker Fisch: 27. Schon wieder plus. Eine Strähne!

Unterm Strich hat sich das nicht so richtig gelohnt, hier die Strasse der Besten nach 129 von 200 Spielen (=64,5%):

Platz 1: Frank, 1164

Platz 2: Clemens, 1142

…..

Platz 3: Gregor, 11

So, wir warten auf den link, schicken das SPiel dann fix raus und melden uns. Noch 35,5% zu gehen….

Endlich: Wir spielen mit Deutschlands berühmtesten Skatspieler Jakob Maria Mierscheid. Unsere Spiele 115-117!

Damit uns das hier  überhaupt jemand glaubt, haben wir uns nach dieser Guerilla-Skat-Runde ein wertvolles Autogramm besorgt:

Signature_of_Jakob_Maria_Mierscheid

So unterschreibt Deutschlands Skatspieler Nummer 1, der hippe 80jährige Jakob Maria Mierscheid. Sicher, der irre Alte hat eine dröge Seite: Mierscheid ist im echten Leben  SPD-Abgeordneter  im Bundestag. Seit 35 Jahren verbringt der schratige Hinterbänkler unauffällig seine Zeit im Parlament, nickt in Sitzungen regelmässig ein, will nicht angesprocvhen werden und wird eigentlich von niemanden ernst genommen.  Trotzdem, und jetzt greifen wir mal auf wikipedia zurück, wurde eines der berühmtesten Bauwerke Berlins  nach dem aktiven und passionierten  Grandspieler (und -Verlierer…) benannt: Der Mierscheid-Steg. Hier also legen wir unser erstes Spiel exakt über der Spree-Mitte  auf die Brücke, wobei wir Bundestags-Mitarbeitern und Gästen der Hauptstadt ziemlich im Weg sitzen.

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Hier noch einige von Jakob Maria Mierscheid und seinem Assistenten Falk festgehaltene Momente:

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Wir haben dann noch diese handcolorierten Aufnahmen erhalten, die den unten folgenden Spielverlauf eindrucksvoll bebildern…:

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So haben wir unter Aufsicht Jakob Maria Mierscheids gespielt:

-ein sozialdemokratisches Null bringt Frank in Spiel #115  23  wertvolle Punkte;

Gregor versucht in Spiel #116 den liberalen Zugang und endet wie die FDP: Viel Herz und voller bei einem Herz ohne 2: Minus 60;

Frank versucht es in #117 mit einem von-Guttenberg (oder einer Schavan): ebenfalls Herz, auch mit 2, schön von Gregor kopiert, aber gewonnen: macht 30. Plus.

Das ergibt hat diese von Mierscheid handbeglaubigte aktuelle Strasse der Besten:

Ohne überhaupt zu spielen, hält Clemens Platz 1 eisern fest (1154 Punkte)

Festgetackert in der Mitte mit nunmehr 1050 Punkten: Frank.

Gregor hat sich wieder in den Keller zurückgezogen: -60 Punkte. Aber das wird schon, sagte der Alte auf der nach ihm benannten Brücke. Na dann…

V.i.S.d.P: Signature_of_Jakob_Maria_Mierscheid

Ein Kreuz. Ein Berg. Eine Ex-Brücke. Ein Skat-Spiel. Noch eins. Und noch eins…

Es gibt Brücken, die gibts gar nicht. Zum Beispiel die Brommybrücke – die 1909 auf- und 1945 kaputtgemacht  wurde. Seit 1945 verbindet die Brommybrücke die Berliner Stadtbezirke  Kreuzberg und Friedrichshain nicht mehr miteinander.   kreuz1 Das finden manche toll, manche nicht, manche tragen die Gedanken der anderen zusammen und packen sie in Zeitungsartikel wie diesen: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg-ein-neuer-weg-ueber-die-spree,10809148,20740356.html , aber wir haben wichtigeres zu erledigen: Mal abgesehen von den 200 Spielen im Jahr 200 des Skat huldigen wir aktuell den 4 Spielfarben, und nachdem Pik bereits erfolgreich abgehakt ist, heute also Kreuz. Kreuz wie in KREUZberg. Darum tatsächlich unser erstes (1.!) Spiel im Westen, übrigens auch unser erstes Spiel über Wasser:  Guerilla-Skat auf dem, was von der Brommybrücke auf Westberliner Seite übrig ist. Und was die Berliner Stadtentwicklung romantisch Spreebalkon nennt (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Spreebalkon-Brommystrasse.3431.0.html ) : Hier servieren wir also unsere Skatspiele 70-72. Auf der anderen Seite des Wassers schön zu erkennen die neue Daimler-Zentrale, davor die Eastside-Gallery, davor die Baustelle für nette kleine Hütten direkt am Wasser (wir berichteten…). kreuz2  kreuz4 Diese Bilder wären nicht von Sabine fotografiert, hätten wir nicht diese spektakuläre Aufnahme im Angebot: Kreuz ist unsere Devise, wir spielen in Kreuzberg, und dann rumpelt auch noch die MS Keuzberg hinter uns über die Spree. Blöd nur, dass Gregor in der Hektik des Moments 2 Herzkarten hochhält, aber: Alles Gute ist leider nie zusammen… kreuz3 Und mit diesem etwas platten Spruch hinnein in die Schlussabrechnung dieser Skatrunde. Kurz gesagt: Der Herr mit  Strohhut hält sich einmal mehr raus. Statt dessen fuchtelt  Gregor wie erwähnt mit Herz herum, was in Spiel #70 beachtliche 20 Punkte bringt! Spiel #71 beweisst die bauernregel, dass ein einfacher Grand  mehr bringt als ein einfaches Herz, nämlich 48 Punkte für Frank. Spiel #72 und diese Runde endet schliesslich mit: KREUZ! Aber einfach, und darum mit weiteren 24 Punkten für Gregor. Und das führt zu dieser neuen STrasse der Besten nach 72 vn 200 Skatspielen: Clemens führt mit 802, Frank folgt knapp mit 756, Gregor hält tapfer das Negativ-Ende mit -261.   Danke Kreuzberg! Bis bald, Brommybrücke!